Thomas Mettler:
Mit dem fast kompletten Club-Vorstand am Start – welch eine Ehre!Der Ironman Hamburg 2026 wird trotz spezieller Ereignisse in guter Erinnerung bleiben –nicht umsonst wird diese Sportart als ein permanentes Management von Problemenbezeichnet.Das Schwimmen in der „Pfütze“ war völlig in Ordnung: angenehme Temperatur, Sicht gleichnull. Aber Hauptsache keine Schlägereien mit bulligen Teilnehmenden.Auf der Radstrecke wurde es dann nass und eher kühl. Toll war, dass ich die erstenKilometer „mit“ Cécile fahren konnte – wir feuerten uns bei den Überholmanöverngegenseitig an. Leider überholte sie plötzlich nicht mehr – aus den bekannten, unschönenGründen, die rund 150 weitere Athletinnen und Athleten ebenfalls trafen: Reifenpannendurch Metallsplitter auf einem Strassenabschnitt. Dass unbeteiligte Sportlerinnen undSportler aus aller Welt für einen lokalen Disput büssen müssen, ist derart ärgerlich, dassman es kaum kommentieren mag. Einfach unsäglich.Ich hatte Glück und radelte zurück zur wohl längsten Wechselzone der Welt… zweimalsieben Minuten für die Wechsel! Und fast Löcher in den Socken aufgrund der langenMarschwege.Auf der Laufstrecke lief es dann ordentlich. Ich versuchte, ein gleichmässiges Tempo zuhalten, was mir ganz gut gelungen ist. Die vier Runden waren perfekt fürs gegenseitigeTri-Team-Limmattal-Fanen – die Begegnungen mit Cécile, Gordi, Patrick und Mario sorgtenjeweils für ein paar Meter „befreiteres Laufen“.Die Club-Kassenwartin Cécile lächelt identisch, egal ob sie in der Bibliothek ein Buchausleiht (nicht, dass ich mit Cécile je in einer Bibliothek gewesen wäre – aber es muss sosein) oder sie sich bei Kilometer 39.8 befindet. Presi Gordis „Hang Loose“ funktioniert injeder Lebenslage. Beim technischen Leiter Patrick wusste ich in der Hitze des Gefechts denNamen nicht mehr und rief verzweifelt irgendwas von „Limmattal…“. Und AthletenvertreterMario sah auf der letzten Laufrunde noch derart frisch aus, als befände er sich auf denStartmetern des Bäromünster-Fleckenlaufs: locker und verdammt schnell.Danke an dieser Stelle allen Tri-Teamlern für die Unterstützung!Eigentlich wäre meine Frau Nicole ebenfalls am Start gestanden. Aufgrund ihrerHallux-Operation musste sie dieses Abenteuer und die bereits erfolgte Anmeldung jedoch aufnächstes Jahr verschieben. Das heisst: Hamburg 2027 – wir kommen wieder!
Patrick:
Ironman Hamburg war ein emotionales Rennen für mich auf mehreren Ebenen. Da es ein Heimrennen war, hatten viele Verwanden und Freunde die Möglichkeit an die Strecke zu kommen. Das hat die Vorbereitung aufs Rennen etwas besonderes gemacht, da sich jeder vor dem Rennen nochmals gemeldet hat, ausser einer Person die leider es nicht über den Jahreswechsel geschafft hat.
Vor dem Start kam ich noch einen schönen Zuspruch der mir viel bedeutete und mich erst Mal wieder daran erinnerte weswegen ich entschlossen hatte Hamburg zu machen. Das Wetter speilt nicht so mit als erwartet und der Wind und die daraus resultierenden Wellen waren eine Überraschung. Während dem Schwimmen habe ich mich gut gefühlt und immer den Eindruck gehabt das ich zügig und sauber geschwommen bin. Als ich dann am Ende aus dem Wasser stieg und meine Zeit auf der Uhr sah war ich etwas überrascht und enttäuscht da ich mehr von mir erwartet habe. Als ich dann in der Wechselzone Mario und Gordi gesehen habe, war ich sehr überrascht. Ich hatte nicht damit gerechnet aber so musste ich nicht ewig auf der Radrunde warten bis ein Zug von hinten kam, wo ich mich anschliessen konnte.
Auf dem Rad, kam dann relativ schnell der Mario-Zug und dort konnte ich mich anschliessen bis Kilometer 60 wo ich nicht aufgepasst hatte, und der Fahrer vor mir das Loch aufgehen hat lassen und ich es nicht mehr schliessen konnte, ohne mich in ein komplettes Loch zu fahren. So bin ich dann 40 km alleine gefahren bis dann der Gordi auftauchte, und ich dort wieder ein Tempomacher hatte.
Ich bin mit Gordi dann ins T2 gekommen, wo wir dann überraschenderweise wieder Mario getroffen haben. War eine nett Überraschung für mich da ich gemerkt habe, dass ich mit den anderen mitfahren kann, wenn ich nicht mich auf die Wattwerte fokussiere, sondern auf mein Gefühl und an der Gruppe dranbleiben.
Beim Laufen gab es ein klares Ziel, auf den Körper hören und nach Puls laufen, und dann sehen was dabei rauskommt. Ich bin die ersten 2 Stunden (21 km) gut, konstant und dynamisch gelaufen, bis dann der Stecker gezogen wurde. Plötzlich war die Kraft/Energie weg und ein leichter Schwindelanfall kann, was mich dazu gezwungen hat 300 m zu gehen. Ab dann war nur noch Koffein eine Lösung, um das Rennen ins Ziel zu bringen. Mit der Hilfe der vielen bekannten Gesichter am Streckenrand und den klaren „Why“ für dieses Rennen, kamen die Kilometer runter und das Ziel näher.
Im Ziel ging das Wechselband der Gefühle weiter, Stolz das ich es trotz allen mentalen Schwierigkeiten im Rennen und in der Vorbereitung es ins Ziel gebracht, Enttäuschung das ich nicht zeigen konnte was ich im Training erbracht habe und Freude meinen und Freude das es trotzdem zu einer neuen PB gereicht hat.
Es war ein spezielles Wochenende für mich, und bin froh das ich das mit so vielen netten Menschen teilen durfte.
Mario:
Wir sind bereits am Donnerstag mit dem Auto angereist. So hatten wir genügend Zeit für die Registrierung, konnten ein bisschen um die Alster fahren und uns völlig stressfrei auf das Rennen vorbereiten.
Das Schwimmen in der Alster (1:04:59), die ich schon aus den WTCS-Rennen kannte, war für mich ein echtes Highlight – besonders das Schwimmen unter den Brücken.
Ich wusste, dass die Velostrecke flach ist. Mein Plan war, die erste Runde schnell zu fahren, um in eine starke Gruppe zu kommen. Als ehemaliger Kurzdistanzler motiviert mich das einfach am meisten. Nach etwa 80 km musste ich diese Gruppe aber leider abreissen lassen – die Jungs waren zu stark und es fühlte sich trotz der 12 Meter Abstand wie ein ständiges Intervalltraining an. Ich spürte da schon meine Hamstrings und dachte nur: „Wie bitteschön sollst du danach noch einen Marathon schaffen?“ Danach hiess es nur noch vernünftig zu Ende fahren (Radzeit: 5:01:27). Der Wind blies gefühlt aus allen Richtungen, es gab einfach keinen Rückenwind. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Athleten wegen der Metallsplitter-Sabotage mit einem Platten am Streckenrand standen. Meine Devise war ab da nur noch: Bring das Velo ohne Panne ins T2.
In der Wechselzone habe ich Patrick getroffen, der mir sagte, dass Gordi auch knapp hinterher ist. Da ich im nächsten Jahr eine Ironman-Pause einlege, dachte ich mir: „So, jetzt kannst du alles riskieren und voll an deine Grenze gehen!“ Ich startete schnell in den Marathon (Laufzeit: 3:14:54) und kontrollierte ständig Pace und Puls. Nach der ersten Runde war alles im grünen Bereich und ich freute mich auf die nächsten zwei Runden – wohl wissend, dass die vierte Runde ein absoluter Höllenritt werden würde. Thomas Grangaro gab mir am Streckenrand wertvolle Infos durch und sagte mir in der letzten Runde, dass ich zwei Minuten aufzuholen habe. Leider sanken meine Pace und mein Puls, aber ich drückte einfach weiter. Ich wusste, dass auf den letzten 10 Kilometern eines Ironmans immer alles passieren kann.
Und so kam es auch: Zwei Kilometer vor dem Ziel bekam ich unvorstellbare Hamstringkrämpfe. Ich konnte kaum noch laufen! Mein erster Gedanke war: „Nein, das darf jetzt nicht das Podium kosten!“ Ich habe noch einmal alle verbliebenen Kräfte mobilisiert, meinen Laufstil komplett umgestellt und am Schluss mit einer Gesamtzeit von 9:32:20 tatsächlich noch den 3. Platz in der AK M50-54 ergattern können! Ein riesiges Danke an Thomas für den Support!
Den Hawaii-Slot habe ich übrigens dankend abgelehnt – Hawaii catcht mich „noch“ nicht.
Es ist einfach wunderschön, mit so vielen TTLs an der Startlinie zu stehen. Das macht das ganze Erlebnis ein bisschen stressfreier und einfach zu einer grossen Freude!
Gordi:
Das Wunder:
Wär hätte das gedacht: vor 23 Jahren wegen einer Bierwette mit dem Triathlon begonnen und nicht einmal gewusst, dass es Hawaii gibt. Und nun habe ich mich nach dem dritten Anlauf qualifiziert für die Ironman WM auf Hawaii. Was hat man nach dem erreichten Lebenstraum noch zu erreichen? Ich sehe es so, dieses Mal gibt es eine Streckenbesichtigung, somit bleibt die Motivation, sich nochmals zu qualifizieren, um ein besseres Resultat zu erreichen.
Das Spannendste:
War die Slotvergabe (Startplätze für Hawaii). Erstmals verteilt nach dem neuen System mit altersbereinigten Zeiten nach dem Kona-Standard, gingen von den insgesamt 60 Slots, 44 an die Männer und ich ergatterte nach 36. Absager vor mir, den 37.!
Das Härteste:
kam zum Schluss, nein nicht die letzten Kilometer, natürlich waren die hart, ab km30 tuts dann so richtig weh, zum Glück war es bewölkt und leichter Regen kühlte schön ab, aber eben dieser Regen nahm dann nach dem Zieleinlauf zu und es wurde extrem Kalt, draussen herumzustehen, gefühlt über eine Stunde mit Auschecken und dann mit Sack und Pack und Velo zurück ins Hotel, rettete dann erst wieder die warme Dusche meinen Gemütszustand. Habe erst am nächsten Tag erfahren, dass es auch eine Sauna gegeben hätte.
Das Schönste:
war mit vielen TTL-Kollegen die Zeit vor, während und nach dem Wettkampf zu verbringen. Vor allem während: Praktisch gleich schnell aus dem Wasser, T1 und auf dem Bikesplit mit Mario und Patrick und dann auf der Laufstrecke immer wieder gekreuzt auch noch Cécile und Thomas Mettler, angefeuert von Babs, Thomas Grangaro, Sonja, und dem Fanclub von Thomas Mettler.
Das Glück:
Keinen Defekt eingefahren zu haben und so auf dem Bike über die 180km am Hasen dran bleiben zu können (Wie beim Windhunderennen die Hunde am Köder)
Das Überraschendste:
Hamburg! Eine wunderschöne, spannende und eindrückliche Stadt, die sehr viel Abwechslung bietet. Babs und ich haben noch drei Tage angehängt und die Hafenstadt per Schiff, Turibus, U-Bahn und zu Fuss erkundet inklusive Erholungsspaziergänge als Vorbereitung für den Zytturmtriathlon in einer Woche: Landungsbrücken, Hafen, Elbetunnel, Elbphilharmonie, St. Pauli, Reeperbahn, Speicherstadt, Miniaturwunderland, Alster Schwimmhalle, Rathausplatz, Gänsemarkt, Botanischer Garten, …
Cécile:
Das Jahr 2026 ist ein Übergangsjahr um vor allem im Laufen schneller zu werden. Deshalb stehen für dieses Jahr nur Mitteldistanzrennen auf dem Plan und doch habe ich mich für die Volldistanz in Hamburg angemeldet, um mit meinen Freunden starten zu können.
Das Training wurde jedoch nicht auf die volle Distanz angepasst, deshalb sagte mir mein Coach im Vorfeld ich dürfe nicht zu viel erwarten. Die Vorgaben waren auch klar nicht zu viel Gas geben auf dem Rad, um danach einen guten Marathon laufen zu können.
Das Schwimmen lief gut trotz einigen Wellen da das Wetter eher etwas stürmisch/regnerisch war. Die Radstrecke führte über 2 Runden durch Hamburg an der Elbphilharmonie vorbei. Auf der ersten Runde fühlte ich mich sehr gut und ich sah das meine Watt Werte um einiges höher waren als abgemacht, aber es lief also liess ich es laufen. Dann kam eine Schlaufe durch ein Wohnquartier und bereits standen einige Athleten am Rand und wechselten Ihre Schläuche, ich dachten noch komisch die Strasse ist hier viel besser als in der Stadt, warum so viele Platten? Ein paar km weiter passierte machte es bei mir auch puff und die Luft war draussen. Wie bereits gelernt versuchte ich ruhig zu bleiben und die den Schlauch zu wechseln. Man wird aber doch etwas nervös, wenn man hinter einem das rauschen der vorbeifahrenden Räder hört. Ich brauchte 2 Schläuche und 3 Kartuschen, um den Schlauch zu flicken also wusste ich, ich hatte kein Reservematerial mehr für einen zweiten Defekt.
Also ging es dann 110km weiter immer mit dem Gedanken im Kopf, keinen zweiten Platten sonst ist das Rennen vorbei. Die 2. Runde war dann auch deutlich langsamer. Dennoch mit einer respektablem Radzeit (2. In meiner Altersklasse trotz 15 min Pause) kam ich in die Wechselzone und war motiviert für den Marathon. Es lief sehr gut bis Kilometer 25, konnte ich eine 5:05 Min/km Pace halten wie vorgenommen. Danach war es ein überleben bis ins Ziel.
Nach 180km den Marathon in 3h 46Min laufen zu können war ich doch zufrieden, da das Training ja auch nicht auf die volle Distanz ausgelegt war.
Ich wurde mit 21 Min Rückstand auf die Siegerin 4. Ich denke ohne den Platten hätte ich gut um den Sieg mitlaufen können.
Den Slot für den Ironman Hawaii habe ich abgelehnt, da dies das Ziel ist für das Jahr 2027 wenn ich in die nächste Altersklasse wechsle.
Kopf hoch und weiter geht’s. Eigentlich ist die Vorbereitung und das Training mit meinen Kollegen viel wichtiger als das eine Rennen an sich.
Mario: Swim 1:04:59, Bike 5:01:27, Run 3:14:54, Total 9:32:20 (AK 3.)
Thomas Mettler Swim 1:06:48, Bike 5:11:47, Run 3:35:04, Total 10:08:10 (AK 50.)
Gordi: Swim 1:03:52, Bike 5:02:26, Run 4:02:42, Total 10:23:21 (AK 12. und Hawaii Slot)
Patrick: Swim 1:04:10, Bike 5:04:37, Run 4:19:55, Total 10:39:49 (AK 110.)
Cécile: Swim 1:09:26, Bike 5:26:10, Run 3:45:32, Total 10:33:00 (AK 4.)













