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Ironman Vitoria-Gasteiz

Barbara:

Nach unserer Winterreise durch Ostafrika war mein Trainingsumfang eher bescheiden: Ich war viel geschwommen, sass aber kein einziges Mal auf dem Rad, und mit strukturiertem Lauftraining begann ich erst gegen Ende der Reise in Iten. Im April wurde ich zudem immer wieder von Erkältungen ausgebremst, sodass ich erst im Mai gesund und richtig ins Ironman-Training einsteigen konnte.

 

Trainiert wurde, wann immer es der Alltag zuliess: Radfahren an freien Tagen, Laufen vor oder nach der Arbeit und Schwimmen in den Pausen. Mir war bewusst, dass mir für eine Volldistanz rund ein Monat Vorbereitung fehlte. Deshalb wollte ich eigentlich auf den Ironman 70.3 wechseln – doch dieser war bereits ausgebucht. Also entschied ich mich, auf meine Erfahrung zu vertrauen – Vitoria-Gasteiz sollte schliesslich mein 13. Ironman werden – und trotzdem an den Start zu gehen. Mein einziges Ziel: ins Ziel kommen.

 

Am 9. Juli reisten wir gemeinsam mit Fabian, Robyn und Koni nach Bilbao. Nach der Registrierung und den letzten Vorbereitungen ging es weiter nach Vitoria-Gasteiz zum Bike Check-in. Kurz vor dem Einchecken dann der nächste Schreck: Meine Schaltung streikte. Zum Glück konnte der Mechaniker das Problem rechtzeitig beheben.

 

Der Renntag begann um 4 Uhr morgens – und hatte es von Anfang an in sich. Im Wasser kämpfte ich mit sehr hohen Wellen, starker Strömung und Wind. Immer wieder wurde ich vom Kurs abgetrieben und musste mich neu orientieren. Genau solche Bedingungen reizen mich – auch wenn es im Getümmel ordentlich zur Sache ging.

 

Auf dem Rad machten Seitenwind und Hitze die schnellen Rolling Hills zu einer echten Herausforderung. Zweimal wurde ich vom Wind beinahe vom Rad gedrückt. An jeder Verpflegungsstation kühlte ich mich mit Wasser ab und kämpfte mich Kilometer für Kilometer weiter.

 

Beim abschliessenden Marathon trugen mich die Zuschauer durch die Stadt. Doch ausgerechnet jetzt fiel meine Uhr aus. Keine Zeit, keine Pace, keine Daten. Also lief ich ganz nach Gefühl – Schritt für Schritt und Kilometer für Kilometer dem Ziel entgegen.

 

Und das Durchhalten lohnte sich: Glücklich überquerte ich die Ziellinie. Dass rund 25 Prozent aller gestarteten Frauen das Rennen nicht beenden konnten, zeigt, wie anspruchsvoll die Bedingungen an diesem Tag waren.

 

 

Ich bin stolz und glücklich über diese Leistung. Jetzt gönne ich mir noch ein paar Tage Erholung – und dann beginnt bereits das nächste Kapitel: die Vorbereitung auf den Ironman 70.3 in Málaga.

 

Barbara Kuster

Swim 1:40:4 Bike 7:05:05 Run 6:06 Total 15:15:51 (AK 1. Platz)

Fabian Kuster

Swim 1:08:48 Bike 4:54:09 Run 3:16:03 Total 9:27:37 (AK 10. Platz)